Wissen für innovative Lebensmittel
13.11.09

Viel Neues im Norden

Island wird von den meisten derzeit hauptsächlich mit Spekulationsblasen in Verbindung gebracht. Dass der Inselstaat mit seinen ca. 320.000 Einwohnern – deren Lebenserwartung übrigens eine der höchsten der Welt ist – auch über eine exzellente Lebensmittelwissenschaft verfügt, ist weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Bei einem Kurzbesuch am MATIS, dem isländischen Lebensmittel-Forschungsinstitut in Reykjavik, konnte sich DIL-Institutsleiter Dr. Volker Heinz davon überzeugen, dass nichts von der alten Kraft der sehr vielfältigen isländischen Ernährungswirtschaft verloren gegangen ist. Ganz im Gegenteil: Das vor ca. vier Jahren aus verschiedenen Vorläufern neu gebildete MATIS stellt mit seinen ca. 100 Mitarbeitern das Gravitationszentrum der R&D-Aktivitäten der isländischen Lebensmittelindustrie dar. Diese hat neben der Fischindustrie noch sehr viel mehr zu bieten. So sind Lammfleisch aus natürlicher Weidewirtschaft oder Naturstoffextrakte aus Pflanzen oder Seetang nicht nur in Island gefragte Produkte.

„Die Aufbereitung der natürlichen Rohstoffe mit hocheffizienten, nachhaltigen Verfahren ist eine der Hauptaufgaben des MATIS“ erklärt Direktorin Dr. Sjofn Sigurgísladóttir. „Wir sind davon überzeugt, dass die Kombination traditionellen Wissens und moderner Forschung hochinteressante Produkte auch für die europäischen Märkte hervorbringen kann.“

Dr. Sigurgísladóttir und Dr. Heinz kamen überein, dass im Rahmen der CORNET-Projektförderung bereits in 2010 zwei Forschungsvorhaben auf den Weg gebracht werden sollen. CORNET steht für Collective Research NETworking und verfolgt die Vernetzung von nationalen und regionalen Programmen der Gemeinschaftsforschung in Europa.

Längerfristig sehen die beiden Forschungsinstitute MATIS und DIL viele weitere Möglichkeiten zur Kooperation, nicht zuletzt, um einen intensiveren Kontakt der isländischen und der deutschen Ernährungswirtschaft zu ermöglichen.

Weitere Informationen:
www.matis.is