Lebensmittelforschung hat Zukunft
Ministerin Wanka bewertet die Entwicklung des DIL positiv
Die Lebensmittelindustrie mit ihren rund 700 Unternehmen, die jährlich 25 Mrd. € Umsatz erwirtschaften, ist für die Wirtschaft Niedersachsens von sehr großer Bedeutung. Viele namhafte Betriebe mit internationaler Präsenz sind hier beheimatet und versorgen sich zum großen Teil mit regionalen Agrarrohstoffen. Die hier erzeugten Lebensmittel zeichnen sich durch ihre geschmackliche Attraktivität und Vielfalt aus und finden ihre Käufer weit über Niedersachsen hinaus. Die hohe Qualität der Lebensmittelindustrie ist für die Konsumenten zu Recht eine Selbstverständlichkeit, verlangt aber auf der Seite der Produzenten einen erheblichen Aufwand bei der Sicherheit der Verarbeitungsprozesse. Sowohl an dieser Stelle als auch bei Entwicklung neuer Produkte ist kontinuierliche Erneuerungen zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit dringend erforderlich.
Doch vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bereitet es Schwierigkeiten, Forschung und Entwicklung die für das nachhaltige Wachstum der niedersächsischen Lebensmittelindustrie von hoher Bedeutung ist, selbst zu betreiben. Von daher bedarf es hier übergeordneter F+E-Anstrengungen.
Um die Rolle des Deutschen Institutes für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) in den unterschiedlichen Entwicklungsszenarien und dessen Rolle für die niedersächsische Lebensmittelwirtschaft zu erörtern, trafen sich auf Initiative des Landtagsabgeordneten Reinhold Coenen die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka und der Leiter des DIL, Dr. Volker Heinz.
Die Ministerin bewertete die Entwicklung, die das DIL in den vergangenen Jahren genommen hat positiv: „Die Verdreifachung des Forschungsbudgets seit dem Jahr 2006 zeigt, dass die aus dem Konjunkturpaket II bereitgestellte Förderung gut angelegt ist. „Das DIL ist auf gutem Weg, zum europäischen Spitzeninstitut für HighTech-Forschung bei der Lebensmittelerzeugung aufzusteigen“, so Wanka.
Die Koordinierung großer europäischer Verbundprojekte durch das DIL-eigene Büro in Brüssel zeigt, dass das DIL mit Blick auf die Bioökonomie dabei ist, sich hervorragend zu positionieren.
Dr. Heinz berichtete daraufhin, wie gerade kleine und mittlere Unternehmen von den Möglichkeiten zum Wissens- und Technologietransfer profitierten, die das DIL anbiete: „Wissenschaftlich ist in der Lebensmittelproduktion das Ineinandergreifen von Verfahrenstechnik und Materialwissenschaft. Das tiefere Verständnis der Verarbeitungsprozesse ist alles andere als trivial und wird am DIL bis hinunter in die Nanoskala erforscht. Den Praktiker interessierten aber nur Ergebnisse, mit denen er unmittelbar Veränderungen in seinen Produktionsablauf vornehmen kann.“ Die Übersetzungsarbeit leistet das DIL und ist damit für viele Betriebe bereits zu einem unverzichtbaren Begleiter geworden. Auch der Verbraucher profitiert von der stetig steigenden Qualität der Lebensmittel.
Dr. Heinz stellte heraus, dass die erforderlichen Forschungsarbeiten einen hohen methodischen Aufwand verlangen und trotz der Förderung aus dem Konjunkturpaket II auch weiterhin erheblich in Infrastruktur und Ausstattung investiert werden muss. Vorbild seien hier die Fraunhofer Institute. Ministerin Professor Wanka und Dr. Heinz erörterten, dass eine Integration des DIL in die Fraunhofer-Gesellschaft eine sehr interessante Zukunftsoption darstellen könnte.



