Wissen für innovative Lebensmittel
22.06.10

Lebensmittel-Vakuumgreifer im „Hygienic Design“

Mit dem Ziel die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Ernährungsindustrie zu stärken, ist das DIL angetreten, die Robotik als Produktivitätsfaktor in die lebensmittelverarbeitenden Prozesse zu integrieren. Eine besondere Herausforderung ist die Greiftechnik für die unterschiedlichen Lebensmittel. Hygienefragen stehen dabei immer wieder ganz oben in der Anforderungsliste, wobei jeder Anwendungsfall zur Handhabung von Lebensmitteln speziell angepasste Lösungen benötigt. Nur selten eignen sich herkömmliche Vakuumgreifer für weiche und biegeschlaffe Produkte wie z.B. Fleisch. Flüssigkeiten oder Produktbestandteile wie Zellsäfte, Blut oder Knochenstücke können in das Vakuumsystem gelangen und bei längerem Verbleib zur Kontamination von Greifersystem und Betriebsumgebung führen. Somit sind Lösungen gefordert, die dem Hygienic Design in vollem Maße entsprechen und die oben genannten Nachteile nicht aufweisen.

Das DIL stellt an dieser Stelle zwei sehr attraktive Vakuumgreifer vor, die im Rahmen der Plattform Robotik entwickelt und in Laborversuchen erfolgreich getestet wurden. Diese Systeme können nun den täglichen Anwendungen zugeführt werden.

Die Greifsysteme bestehen jeweils aus einem Grundkörper und austauschbaren Saugglocken für unterschiedliche Greifdurchmesser und -formen, so dass eine einfache Anpassung an die jeweilige Aufgabe möglich ist. Durch Zuführung von Druckluft erzeugt der Greifer sein Vakuum selbst. Über das Druckniveau der zugeführten Druckluft und die Fläche der Greifglocke ist die Tragkraft in einem weiten Bereich einstellbar. Dies eröffnet Handhabungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Produkten mit weichen Oberflächen, bei denen sich Bestandeile vom Produkt lösen und mit angesaugt werden können. Der besondere Vorteil dieser aus lebensmitteltauglichem Edelstahl gefertigten Greifer ist, dass sie sich ohne Demontagewerkzeuge über einen Bajonettverschluss zerlegen lassen.

Der Greifer vom Typ HDHV (Bild 1) eignet sich für Stücke bei denen die zu greifende Oberfläche vergleichsweise luftdicht ist, so dass ein hohes Vakuum eingesetzt werden kann. Bedingt durch die Bauart lässt sich innerhalb von Sekundenbruchteilen ein Endvakuum von > 90% durch Einspeisung von gereinigter Druckluft (0,2-0,45 MPa) erreichen. In dem System sind Waschkanäle integriert, so dass es sich bei Bedarf auch nach jedem Handhabungszyklus aktiv reinigen lässt.

Der Greifer vom Typ HDHF (Bild 2) eignet sich für Stücke, deren Oberfläche in Teilen luftdurchlässig ist oder bei dem sich Bestandteile von der Oberfläche relativ leicht lösen können. Dieses System kann ohne Funktionsbeeinträchtigung mit sehr groben Verunreinigungen umgehen. Das integrierte Vakuumsystem wird mit Druckluft im Bereich von 0,2-0,5 MPa betrieben und erreicht ein Endvakuum von ca. 60%. Zur Reinigung kann der Greifer in eine entsprechende Waschflüssigkeit getaucht werden. Das Funktionsprinzip sorgt selbst für die Reinigung des Greifers. Aber auch hier ist die aktive Reinigung im angebauten Zustand möglich.

Interessierte Unternehmen haben nun die Möglichkeit, ihre Handlingsaufgaben in der DIL-Robotik zu testen und sich selber ein Bild über die Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Systeme zu machen. Gerne beraten wir sie auch in Bezug auf die Nutzung herkömmlicher Greifsysteme zum Einsatz in Ihrem Produktionsprozess.

Ansprechpartner beim DIL:

Bernhard Hukelmann
Telefon: +49 (0)5431.183-186
E-Mail: b.hukelmann@dil-ev.de

Dr. Knut Franke
Telefon: +49 (0)5431.183-144
E-Mail: k.franke@dil-ev.de