Forschungsvorhaben „Inaktivierung von Endosporen mittels gepulster elektrischer Felder“ gestartet
Bakterielle Endosporen zeichnen sich durch eine hohe Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen wie Hitze, Strahlung oder Chemikalien aus. Zur Inaktivierung von Sporen in Lebensmitteln wie Suppen und Saucen, Gemüsesäfte oder Milchprodukte sind deshalb Behandlungstemperaturen über 100°C erforderlich. Trotz der Entwicklung produktschonender Hochtemperatur-Kurzzeitverfahren führt eine thermische Sterilisation dieser Produkte oft zu unerwünschten Veränderungen der Produkteigenschaften.
Das DIL entwickelt im Rahmen des Forschungsvorhabens ein produktschonendes Entkeimungsverfahren. Durch eine kombinierte Anwendung gepulster elektrischer Felder und thermischer Energie soll eine Verringerung der Produktbelastung und eine Erhöhung der Produktqualität erreicht werden. Durch die Nutzung unterschiedlicher Inaktivierungsmechanismen im Sinne eines Hürdenkonzepts kann die Behandlungstemperatur und Haltezeit deutlich verringert werden.
Bereits seit 2008 entwickelt das DIL kontinuierlich betriebene Anlagen zur Anwendung gepulster elektrischer Felder, das Verfahren wird unter dem Namen ELCRACK® erfolgreich zur Pasteurisation von Lebensmitteln eingesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass durch eine Behandlung bei einer Temperatur von 85°C eine Inaktivierung von 4 Zehnerpotenzen B. subtilis erreicht werden kann. Im Rahmen des Vorhabens werden erstmals systematische Untersuchungen zur Inaktivierung bakterieller Endosporen durch eine kombinierte Anwendung des Verfahrens mit thermischer Energie durchgeführt.
Das Forschungsvorhaben wird vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie gefördert (AiF FEI 16798 N) und durch Unternehmen der Suppenindustrie sowie der Milchindustrie unterstützt.
Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Stefan Toepfl
Prof.-v.-Klitzing-Str. 7
D-49610 Quakenbrueck
Tel.: +49 (0) 5431 183 140
Fax: +49 (0) 5431 183 114
E-Mail: s.toepfl@dil-ev.de



